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Presseberichte

Spielfreudig große Musik gemeistert

"Die Glocke" und "Neue Westfälische" Gütersloh, 23. Juni 2009
Kreisjugendsinfonieorchester Herford in der Stadthalle
Es hat sich offenbar in Gütersloh noch nicht ganz herumgesprochen, dass mit dem Kreisjugendsinfonieorchester Herford ein Klangkörper existiert, der an Können und Engagement den "Jungen Sinfonikern" kaum nachsteht. Denn recht überschaubar war das Publikum, das die konzertanten Großtaten der rund 70 jungen Musiker zwischen 12 und 25 Jahren unter der Leitung von Siegfried Westphal erleben wollte.
Die gut 120 Besucher aber zeigten sich von Anfang an hingerissen von der Spielfreude des Ensembles. Zumal es mit Nico Treutler einen überaus begabten Solisten in Édouard Lalos Cellokonzert d-moll zu erleben gab. Der 21 Jahre alte Detmolder, der seinen ersten Unterricht beim ehemaligen Gütersloher Claus Hütterott (Sohn des Komponisten Carl-Theodor Hütterott) in Paderborn bekommen hat und bei Prof. Tilmann Wick in Hannover studiert, ist ein Musiker, der sein Publikum nicht mit maximalem Espressivo-Spiel überwältigen, sondern mit formbewusstem Gestalten und sensiblem Ton auf die Musik aufmerksam machen möchte. So wurde gerade das herrliche Intermezzo ein Fest cantablen Cellospiels und im - belebten Mittelteil - tänzerischer Grazie, wobei das Orchester delikat begleitete.
Auch in den Ecksätzen wusste der auswendig spielende Treutler mit souveränem Gestaltungswillen zu imponieren. Die Grenzen des spanisch lodernden Temperaments dieser Musik mochte er - seinem Charakter entsprechend - (noch) nicht ganz ausgelotet haben, doch die Noblesse und tonliche Schönheit seines schlackenlosen Spiels sorgte zu Recht für minutenlangen Beifall.
So gekonnt hier das von Siegfried Westphal umsichtig geleitete Orchester begleitete, so waren anfangs in der "Freischütz"-Ouvertüre doch einige Wackler zu hören. Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich das Ensemble so viel berechtigtes Selbstvertrauen erspielt hatte, dass auch hier die romantischen Passagen des viel gespielten Stückes ihre Wirkung nicht verfehlten. Zumal der junge Soloklarinettist in seinem kleinen Solo eine staunenswerte technische Solidität und Reife des Vortrags offenbarte.
An qualifizierten Musikern an den Schlüsselpulten eines Orchesters mangelt es dieser Truppe sicherlich nicht. Auch Peter Tschaikowskys 5. Sinfonie, die in ihrem Umfang ja nicht nur instrumentale Virtuosität, sondern auch Ausdauer verlangt, profitierte von diesen "Führungskräften". Das große Hornsolo zu Beginn geriet respektheischend, die Holzbläser bezauberten und der Paukist erwies sich als impulsive rhythmische Stütze. Insgesamt gelang es Westphal, die dunklen Klangfarben von Tschaikowskys Orchestersatz angemessen zu realisieren und auch den schicksalhaften Unterton dieser Sinfonie bis zum letztlich strahlenden Finale mit Furor und Leidenschaft zu erfüllen.
Insgesamt beeindruckte die Geschlossenheit der Darstellung ebenso wie die Reserve, mit der das Orchester nach dem kräfteraubenden Programm auch noch bei der umjubelten Zugabe exzellierte, John Williams Musik zu Steven Spielbergs Film "Indiana Jones".
Bravo.
Sören Siemers

Das KJO in der Stadthalle Gütersloh

Junge Jäger musikalischer Juwelen

Neue Westfälische Bielefeld, 30. Juni 2009
Kreisjugendsinfonieorchester begeisterte in der Oetkerhalle
Bielefeld. Was sollten Carl Maria von Webers "Freischütz" und Steven Spielbergs "Indiana Jones"gemeinsamhaben?
Genau genommen nicht viel. Dennoch: Beide sind sie auf der Suche nach einem begehrten Schatz und müssen sich zu ihm durchkämpfen. Und beiden ist eine fantastische Ouvertüre gewidmet!

So schließt sich beim Konzert des Kreisjugendsinfonieorchesters in der Oetkerhalle der dramaturgische Kreis. Auch wenn die jungen Musiker im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren unter der Leitung von Siegfried Westphal überwiegend klassische Literatur erarbeiten, fehlt auch der Bezug zur „modernen“ Sinfonik nicht. Filmmusik-Noten, die die Programmatik von Stern-Krieger-, Gladiatoren- und Piraten- Welten wiedergeben, gehören mittlerweile ebenso zum Repertoire der Profi-Orchester, auch wegen ihrem künstlerischen Wert.
Aber zurück zu den jungen „Jägern“ musikalischer Juwelen. In Carl Maria von Webers „Freischütz“- Ouvertüre gelingt die musikalische Abbildung von ungetrübter Jagd- und Naturidylle ebenso einfühlsam wie die von düsterer Dämonie und unheilvoller Bedrohung. Bereits an diesem Werk zeigt sich – in Anbetracht des kurzen Probezeitraumes und der begrenzten Bühnenerfahrung–
eine erstaunliche Homogenität sowohl des gesamten Klangkörpers als auch der einzelnen Stimmgruppen. Füllig, ausgewogen, transparent und agil. Dass hier außerordentliche Talente am Werk sind, lässt sich unschwer heraushören. Neben einem kompakten Gesamtklang bestechen die jungen Sinfoniker durch solistische Fähigkeiten. Dies können insbesondere die Bläser beweisen, allen voran Klarinette, Fagott und Horn. Die Celli und die Bratschenvermögen ihren wohlig-warmen, bisweilen aber auch düster gefärbten Ton neben Webers Ouvertüre gleichermaßen bei Tschaikowskys 5. Sinfonie entfalten, die trotz schicksalhaften Tonfalls immer ihren zuversichtlichen Grundcharakter bewahrt. Dieses ambivalente Wechselspiel kommt ebenso deutlich hervor wie unbeschwert-tänzelnde Passagen. Satte Bläser-Tutti setzen dem Ganzen die brillante Klang-Krone auf.
In Eduard Lalos „Konzert für Cello und Orchester in d-Moll“ nimmt Nico Treutler den Solo- Part ein. Der ehemalige Preisträger von „Jugend musiziert“ auf Landes- und Bundesebene spielt im Rahmen eines Stipendiats für zwei Jahre auf einem 150 Jahre alten Cello des Pariser Geigenbaumeisters Jaques-Pierre Thibout. Den wunderbar singenden Ton des Instruments bringt Treutler vor allem im zweiten Satz des Konzerts zum Klingen. Lebendig stellen Solist und Orchester hier das zart-kantable „Andantino“ und das rasante „Allegro“ gegenüber. Durchweg fasziniert die künstlerische Reife des 1988 geborenen Detmolders: Ausdrucksstark und farbenreich gestaltet er die Kantilenen, mit Leichthändigkeit und Elastizität die schnellen Passagen. Und so kommt es auch nicht darauf an, was Webers „Freischütz“ und Spielbergs „Indiana Jones“ gemeinsam haben, wenn junge talentierte Musiker solch ein Konzerterlebnis zustande bringen, das die Zuhörer– im leider nur halb besetzten Saal – nur mit Ovationen im Stehen honorieren können.

Festlicher Rausch und wirbelnde Geigen

Lippische Landeszeitung, 29. Juni 2009
Detmold ."Lebhaft" überschreibt Paul Hindemith den ersten Satz seiner Solosonate für Cello. Nico Treutler spielte diesen Satz als Zugabe im bestens besuchten Konzerthaus. "Lebhaft" hätte als Motto über dem ganzen Konzert stehen können, das das Kreisjugendsinfonieorchester Herford am Samstagnachmittag in Detmold gab.
Mit der Ouvertüre zum "Freischütz" von Carl Maria von Weber (1786-1826), dem Cellokonzert in d-moll von Édouard Lalo (1823-1892) und der fünften Sinfonie von Pjotr Tschaikowsky (1840-1893) hatte Dirigent Siegfried Westphal Werke in die Arbeitsphase des Jugendorchesters -hier kommen die Besten aus der Region zusammen- gehoben, die alle drei vor Lebendigkeit nur so sprühen.
Da wirbeln die Geigen am Schluss der Freischütz-Ouvertüre im festlichen Rausch über die Bühne, obwohl noch wenige Minuten vorher die Klarinette hören ließ, wie den guten Max die Verzweiflung packte und der Spott folterte, da gießt Lalo in seinem Konzert virtuose Spielkunst des Solisten in eine durch das Feuer spanischer Volksmusik angefachte Romantik, da beglückt Pjotr Tschaikowski, der Großmeister der Charaktermelodie, die Zuhörer mit einem zauberhaft gebundenen, üppigen Strauß an schönen Themen.
Siegfried Westphal hatte das Orchester zu einem füe diese Altersklasse herausragenden Hörvergnügen geformt, wobei man sich im Hinblick auf die Homogenität insbesondere bei markanten Einsätzen noch mehr Exaktheit vorstellen konnte. Entscheidend für den nur zu berechtigten Erfolg beim Detmolder Publikum war aber vor allem die Verbindung von hohem musikalischem Niveau und mitreißender Spielfreude der jungen Musiker und Musikerinnen und Musiker.
Und natürlich war es ein besonderes Geschenk für die Detmolder, den hier aufgewachsenen, inzwischen natürlich an anderen Orten aufstrebenden jungen Cellisten Nico Treutler einmal vor einem solch schönen Klangkörper erleben zu dürfen.
Nico Treutler verbindet eine schier berstende Intensität der Tongebung, in der der Einfluss seines Lehrers Professor Tilmann Wick unüberhörbar ist, mit einem ganz besonders ansprechenden Glanz, den er dem Jacques-Pierre-Thibout-Cello zu entlocken vermag, das ihm die Fritz-Behrens-Stiftung zurzeit zur Verfügung stellt. Nico Treutler ist dabei nicht nur der virtuosen Kraft gewachsen, die Lalo ihm und dem Orchester abverlangt, sondern vermag auch eine ganz geheimnisvolle Lyrik zu entfalten, mit der er etwa den zweiten Satz des Konzertes eröffnete.

Grandioses Ganzes und superber Solist

Herforder Kreisblatt, 9. Juni 2009
Beeindruckendes Konzert des Kreisjugendsinfonieorchesters im Stadtpark-Schützenhof
Heike Susanne Festerling
Herford. Nur wenige Probentage hatten die jungen Musiker und Musikerinnen unter dem Dirigat Siegfried Westphals gebraucht, um am Sonntag das Publikum im großen Saal des Schützenhofes zu beeindrucken. Das Orchester hatte große romantische Werke einstudiert. Die Mitwirkenden präsentierten ein beachtliches Ergebnis.
Zu Beginn erklang die Ouvertüre aus der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber. Die jungen Musiker zeigten bereits hier, dass sie bestens präpariert waren und mit großer Musikalität sowohl der schicksalhaften Düsternis als auch der romantischen Idylle, die dem Werk Webers innewohnt, nachspürten.
Beim zweiten Werk gesellte sich zum Orchester der junge, äußerst begabte Cellist Nico Treutler, der das Cellokonzert in d-moll von Edouard Lalo zu Gehör brachte. Völlig auswendig spielend, ließ der Solist das Publikum an seiner außergewöhnlichen Musikalität teilhaben. Sein ebenso ausdrucksstarkes wie virtuoses Spiel wurde vom Orchester ausgewogen begleitet, so dass sich das Publikum ganz auf die wunderbaren Feinheiten dieses romantischen Solokonzertes konzentrieren konnte. Nico Treutler gelang es vor allem im zweiten Satz, sein Instrument förmlich zum Singen zu bringen. Wunderbar arbeitete er die Kantilenen heraus und musizierte das Andantino mit einer zauberhaften Leichtigkeit. Der letzte Satz zeigte einmal mehr die technische Brillianz und Virtuosität des begabten Solisten, der vom Publikum mit viel Beifall für seine Leistung belohnt wurde.
Nach der Pause stand mit Peter Tschaikowskys 5. Sinfonie in e-moll ein berühmtes, höchst anspruchsvolles Werk auf dem Programm.
Das Orchester zeigte, dass es trotz der kurzen, aber intensiven Probenphase "mitten im Werk stand" und dieser diffizilen Komposition gerecht wurde. Die Musiker entwickelten ein zuweilen beachtliches Klangvolumen, ohne dabei die Differenziertheit und Präzision ihrer Stimme aufzugeben. So fügte sich die Einzelstimme zu einem grandiosen Ganzen.
Insbesondere die Holz- und Blechbläser faszinierten mit ihren präzisen und musikalisch einfühlsam interpretierten Einsätzen, die von den warmen und hingebungsvoll intonierenden Streichern aufgenommen wurden. Besonders der letzte Satz zeigt noch einmal alle musikalischen Tugenden des jungen Orchesters. Breit und klangvoll wurde das Andante maestoso angelegt, um dann in einem wahrhaft stürmisch-virtuosen Schluss zu gipfeln, der hier die ganze jugendliche Kraft und musikalische Leidenschaft des Orchesters zeigte.
Damit all dies gelingen kann, bedarf es eines einfühlsamen und den jungen Leuten nahestehenden Dirigenten: Siegfried Westphal vereint alle Tugenden, die ein Dirigent eines solch jungen, begabten Orchesters braucht. Er weiß die jungen Leute zu motivieren, ihnen neue Wege in der Musik zu zeigen und sie unter seinem ebenso präzisen, wie einfühlsamen Dirigat im Konzert zu entfalten.
Als Zugabe spielten die jungen Künstler ein Arrangement aus dem Film "Indiana Jones", das zeigte, dass das Orchester auch mit viel Spaß der leichteren Muse zugetan ist. Schon jetzt wird sich mancher Zuhörer auf das Konzert nach der Probenphase im nächsten Jahr freuen.

Stern der Woche

Lippische Landeszeitung, Neue Westfälische Bielefeld/Paderborn/Kreis Herford, Haller Kreisblatt - 21.06.2008
Siegfried Westphal für seine Arbeit mit dem Jugendsinfonieorchester des Kreises Herford
Als der Cellist Siegfried Westphal 1997 das Jugendsinfonieorchester des Kreises Herford übernahm, lag die Arbeit dort darnieder. Inzwischen ist das Orchester zu einem Klangkörper herangewachsen, der sich auch an schwierigere Werke heranwagen kann und in Spielstätten wie der Oetkerhalle Bielefeld auftritt. Die Gründung des Orchesters in den 70er Jahren ging auf eine Initiative des damaligen Kulturamtsleiters Günter Lücking zurück. Es gab in der damals jugoslawischen Partnerstadt des Kreises Herford, Sibenik, eine musikalische Jugendbegegnung. Um Jugendlichen aus demn Kreis Herford die Reise dorthin zu ermöglichen, gründete der Kreis kurzerhand das Orchester.
Es wird inzwischen sowohl vom Land als auch vom Kreis Herford und privaten Sponsoren und Spendern unterstützt. Für seine erfolgreiche Arbeit mit jungen Musikern seit mehr als zehn Jahren bekommt Siegfried Westphal den Stern der Woche. (ted)
Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landeszeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).